Erna im Zauberwald

Es begab sich vor nicht all zu langer Zeit.


Unser Protagonist findet sich selbst in einem dunklen Wald wieder. 

Es ist still. Ab und zu knistert es in der Ferne.

Er sieht sich um. Nichts. Nur eine alles umfassende und verschlingende Dunkelheit.

Dieses Gefühl ist ihm bereits bekannt. Diese Form der Dunkelheit versucht er seit Jahren mit Witz und Verstand zu bekämpfen. Wie erfolgreich er damit bisher war, lässt sich schwer sagen.

Besiegt hat er sie jedenfalls nie. Nicht endgültig. Aber dafür bleibt noch Zeit. Hoffentlich.



Plötzlich - ein Geräusch. Nicht in der Ferne, nein, es ist nah. Sehr nah. 
Doch unserem Protagonisten ist es noch immer nicht möglich, etwas zu sehen. 

Es wird hell. Er ist geblendet. Zu erkennen ist nur ein Umriss, ein Schatten.

Der Schatten tritt aus dem Licht. Erstaunen macht sich breit. Es ist eine alte Weggefährtin.

"Erna", beginnt er zu schreien, "wie kommst du her? Was machst du hier? Bin ich etwa....tot?"

Erna lacht. "Nein, tot bist du noch nicht. Wie ich herkam weiß ich nicht, 
tut jetzt aber auch nichts zur Sache."

"Und was machst du nun hier? Wo sind wir überhaupt?"

Erna sieht sich besorgt um. Ein eiskaltes Schaudern läuft ihr über den Rücken.

"Wir sind in deinem Zauberwald. Du hast ihn selbst erschaffen. Als Rückzugsort. Und ich bin hier um dir zu helfen. Ich werde dich hinaus begleiten."

"Warst du deshalb von Licht umgeben, als du ankamst? Bist du mein Schutzengel oder wie soll ich das hier alles verstehen? Und wieso sollte ich mich selbst an solch einen schrecklichen Ort bringen?"


Erna runzelt die Stirn. "Du bist vielleicht ein Dummer. Aber deswegen mag ich dich ja so. Du bist hier, weil es dir schlecht geht. Dann kommst du in diesen Wald und suchst etwas. Dieses Mal hast du anscheinend mich gesucht - und schließlich gefunden."

"Also bist du mein Rettungsseil, das mich aus dieser Hölle herauszieht? 
Und ich habe dich gesucht, weil ich dachte, dass du mir helfen könntest? Ich brauche dich dazu? 
Sonst habe ich das doch auch ganz gut selbst geschafft!"

"Es scheint anders zu sein, dieses Mal. So tief warst du noch nie im Wald. Siehst du die Bäume um dich? An ihnen ist nichts lebendes mehr. Sie sind kahl, schief und krank. Du hast so konzentriert gesucht, dass du dich verlaufen hast."

Unser Protagonist schaut sich um. Erna hat Recht, hier ist nichts, das nach Leben aussieht. Ihm wird schlagartig klar, dass die beiden hier verschwinden müssen. Sonst gibt es womöglich keinen Weg zurück und er würde die beiden hier gefangen halten, für alle Ewigkeit, mit seinen eigenen Dämonen.


"Wir müssen sofort los!" schreit er und packt Erna an ihrem Arm.

Einen genauen Plan scheint er nicht zu haben, aber dieser Tage kam das eh nicht mehr so oft vor.

"Am Horizont scheint es heller zu werden!", sagt Erna, 
während sie über Geäst und allerlei Wurzeln springt.

Der Protagonist fällt. Er stößt sich den Kopf an einem Baumstumpf. Blut fließt an seiner Schläfe herunter und tropft schließlich auf den schon nassen Waldboden.

Erna beugt sich zu ihm herunter und reicht ihm die Hand. 
"Ich lasse dich jetzt sicher nicht zurück!" sagt sie, während sie ihm aufhilft.






...to be continued


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